Innere Anteile
Was sind „innere Anteile“?
Mit inneren Anteilen (Persönlichkeitsanteile) meint man verschiedene Seiten in uns, die unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen. Stell dir vor, in dir gibt es mehrere „innere Figuren“, jede mit eigener Sichtweise, eigenen Bedürfnissen, Emotionen und Schutzstrategien.
Das ist normal und gesund, wir brauchen unterschiedliche Seiten, um je nach Situation flexibel zu reagieren, z. B. als Elternteil, im Job, in Beziehungen oder wenn wir Grenzen setzen.
Umgangssprachlich sprechen viele auch so darüber:
- „Ein Teil von mir will …, aber ein anderer Teil hat Angst.“
- „Da ist so eine innere Stimme, die mich dauernd kritisiert.“
- „In mir ist etwas ganz Junges, das sich einsam fühlt.“
- „Ich weiß, was gut wäre – aber ich krieg’s nicht hin.“
Warum können Anteile „problematisch“ werden?
Unverarbeitete Belastungen oder Traumata können dazu führen, dass einzelne Anteile unflexibel werden. Sie reagieren dann nicht mehr passend zur Gegenwart, sondern nach alten Mustern. Oft versuchen sie, dich zu schützen aber mit Strategien, die heute Probleme machen.
Typisch ist auch das, Anteile in Konflikt geraten.
Ein Teil will Nähe, ein anderer zieht sich zurück.
Ein anderer Teil will etwas verändern, ein anderer blockiert.
Ein dritter Teil treibt dich an und danach kommt ein anderer, der dich fertig macht.
Woran erkennt man problematische Anteile?
Wenn ein Anteil „die Führung übernimmt“, kann sich das anfühlen, als würde er kurz das ganze Erleben dominieren. Das zeigt sich zum Beispiel durch:
- Unerwünschtes Verhalten & innerer Streit („sequenzieller Konflikt“)
Erst macht ein Teil etwas (z. B. essen, scrollen, zusagen, zu viel leisten) danach kritisiert ein anderer Teil dich hart dafür. - Innerer Kritiker
Selbstzweifel, strenge Selbstverurteilung, Perfektionsdruck, das Gefühl „nicht gut genug“ zu sein. - Selbstsabotage
Aufschieben, Abbrüche, Selbstzerstörung oder das Untergraben von Erfolg oft, weil ein Anteil Schmerz, Angst oder negative Überzeugungen trägt. - Gegensätzliche Bedürfnisse gleichzeitig
z. B. Sicherheit vs. Abenteuer, Rückzug vs. Kontakt, Kontrolle vs. Entspannung. Das erzeugt innere Unruhe, Unentschlossenheit oder starke emotionale Reaktionen.
Das Gute, die Symptome sind keine „Fehler“, sondern Hinweise auf innere Dynamiken, die verstanden werden können.
So begleite ich dich in der Arbeit mit inneren Anteilen
In meiner Arbeit schauen wir gemeinsam darauf, welche inneren Anteile gerade aktiv sind und warum. Statt Symptome zu bekämpfen, gehen wir an die Stelle, wo sie entstehen, in die innere Dynamik. Ziel ist, dass du dich innerlich besser verstehst, dich stabiler fühlst und wieder mehr Wahlfreiheit im Alltag bekommst.
Dabei arbeite ich respektvoll und strukturiert, jeder Anteil hat einen guten Grund, warum er da ist, auch wenn seine Strategie heute belastend geworden ist.
Struktur und Vorgehen in der Arbeit mit inneren Anteilen
1) Wahrnehmen: Was ist gerade in mir los?
Wir beginnen damit, gemeinsam zu beobachten, was in diesem Moment in dir passiert, im Körper, in den Gedanken, in der Stimmung und in deinen Impulsen.
2) Benennen und Externalisieren: „Ein Teil von mir…“
Wir geben dem Anteil einen Namen, so wird er greifbar und bekommt eine klare Bedeutung.
3) Verstehen: Wozu ist dieser Anteil da?
Wir erkunden den Anteil nicht „gegen ihn“, sondern mit ihm.
4) Beruhigen und Stabilisieren: Sicherheit im Nervensystem
Wenn Anteile sehr stark werden, braucht es zuerst Regulation, bevor wir tiefer gehen.
5) Innere Konflikte lösen: vom Gegeneinander zum Miteinander
Viele Probleme entstehen, weil unterschiedliche Teile in dir Gegensätze vertreten (z. B. Nähe vs. Rückzug, Leistung vs. Erholung).
6) Heilung verletzter Anteile: nachnähren, entlasten, integrieren
Wenn wir an verletzliche, jüngere oder traumageprägte Anteile kommen, gehen wir achtsam vor.
7) Transfer in den Alltag: konkrete Schritte statt nur Erkenntnis
Am Ende geht es immer darum, dass du es im Alltag spürst.
So entsteht nachhaltig mehr Stabilität, Selbstmitgefühl und Handlungsfähigkeit.
So greifen die einzelnen Bausteine meines Konzepts ineinander.
Wir stärken deine Wahrnehmung mit der Polyvagal-Theorie, unterstützen die Regulation deines Nervensystems durch Neurofeedback und körperorientierte Übungen (u. a. zur Aktivierung des Vagusnervs) und wir schauen über die Anteilarbeit auf deine inneren Dynamiken, damit du dich nachhaltig stabilisierst und innerlich sicherer wirst.