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Stress  und  Trauma 

 

Im Rahmen meiner Arbeit  biete ich in Einzelsitzungen die Behandlung  von Stresszuständen und die Folgen traumatischer Erfahrungen, an. 

 

 

 

 

Was ist Stress?                                                                                                                                                                      Als „positiver Stress“ bzw. Eustress („wohl, gut, richtig, leicht“) werden diejenigen Stressoren bezeichnet, die den Organismus beanspruchen, sich aber positiv auswirken. Positiver Stress erhöht die Aufmerksamkeit und fördert die maximale Leistungsfähigkeit des Körpers, ohne ihm zu schaden.

„Negativer Stress“ (Disstress „miss-, schlecht“) wird erst dann empfunden, wenn er häufig oder dauerhaft auftritt und nicht kompensiert werden kann und deshalb als unangenehm, bedrohlich oder überfordernd gewertet wird. Insbesondere können negative Auswirkungen auftreten, wenn wir keine Möglichkeit zur Bewältigung der Situation sehen oder haben.

Stress ist also zunächst die Beanspruchung des Körpers durch Stressoren. Daraufhin erfolgt eine Reaktion und Anpassung des Körpers an diese Faktoren.  Disstress führt u.a. zu einer stark erhöhten Verspannung der Muskulatur, Ausschüttung von z. B. Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol und auf Dauer auch zu einer Abnahme der Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit. Er wirkt erst dann schädigend auf uns, wenn die Beanspruchung über den Bereich der individuell möglichen Anpassung und Reparaturfunktionen unseres Organismus hinaus erfolgt. Vielen Krankheiten sind damit Tür und Tor geöffnet. Die Bewältigung von Stress ist von persönlichen Eigenschaften, biografischer Entwicklung und kognitiven Fähigkeiten abhängig. Nach dieser Definition sind Stress und die folgende Definition zu Trauma enge Verwandte!

  

 Was ist ein Trauma?

Zum Trauma wird ein Ereignis, wenn unsere Schutzhülle verletzt ist und es zu einem Gefühl der Hilflosigkeit kommt. Traumatisierende Erlebnisse haben viele Formen. Verkehrsunfälle, Stürze, Operationen, schwere Krankheiten, Verletzungen, der Verlust eines nahen Menschen, Vernachlässigung in der Kindheit oder pränatale Bedrohung im Mutterleib gehören ebenso dazu wie Krieg, Naturkatastrophen oder sexualisierte Gewalt. Auch Ereignisse wie medizinische Behandlungen, ein Hundebiss, das Miterleben von Gewalt im Fernsehen können traumatisieren.

Biologie und Trauma                                                                                                  

Grundsätzlich stehen uns bei Gefahr drei angeborene Überlebensstrategien zur Verfügung:                                   Flucht, Kampf oder Erstarrung. Können wir fliehen oder uns erfolgreich verteidigen, stellt sich im Organismus danach meist das natürliche Gleichgewicht wieder ein. Wenn Kampf oder Flucht keine sinnvolle Alternative darstellt, erstarren wir vor Schreck. Das passiert vielleicht, wenn wir uns einem riesigen zähnefletschenden Hund gegenüber sehen.

Wenn wir die in dieser Situation mobilisierte Energie nicht entladen können, bleibt sie im Nervensystem gefangen. Wir sind weiterhin im Alarmzustand und entwickeln eventuell Angst vor Hunden. Diese im Nervensystem gebundene Überlebensenergie ist dann das Trauma.

 

 Trauma - mehr als das Ereignis                                                                                                  

Während einer überwältigenden Erfahrung schaltet das Sprachzentrum ab. Trauma ist die Gesamtheit aller steckengebliebenen Reaktionen auf ein lebensbedrohliches Ereignis. Es sind Orientierungslosigkeit, Herzklopfen, Übelkeit, Körperimpulse zu Kampf, Flucht oder Kollaps. Unerklärliche Unruhe, die Unfähigkeit sich zu beruhigen oder sich zu freuen. Schnell überwältigt sein, von Angst, Wut, aber auch von Freude

Trauma ist, wenn man auf ein harmloses Detail so reagiert, als müsse man um sein Leben kämpfen. Verhaltensmuster, Überzeugungen, Gedanken und Gefühle sind noch mit erschreckenden Erfahrungen gekoppelt.

Da erstarrt vielleicht jemand und wird kreidebleich oder rastet aus, wenn versehentlich ein Glas zu Boden fällt.                                                            

Er verbindet mit diesem Geräusch nicht bewusst den Autounfall von vor 3 Monaten, bei dem ja "nur" die Windschutzscheibe zersprang.                    Es war ja "nichts" passiert. Doch der Körper erinnert sich daran und fühlt sich jetzt - genau wie damals - in Lebensgefahr.

 

 Unerklärliche Symptome

Dieses kleine Beispiel zeigt, dass nach einer traumatischen Erfahrung unerklärliche psychische und körperliche Symptome entstehen können.     Sie verwirren und machen Angst. Eventuell zeigen sie sich erst Jahre später als Überaktivität, Suchtverhalten, unkontrollierbare Wutausbrüche, Ängste, Panikattacken, Depression, Gefühle von Entfremdung, Konzentrationsstörungen, Dissoziation, Bindungsunfähigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, chronische Schmerzen, Fibromyalgie, Migräne, Nacken- und Rückenprobleme, Probleme mit dem Immunsystem oder Burnout.  Die Liste möglicher Symptome ist lang.

 Immer noch im Überlebensmodus

Trauma verändert das Gehirn und die gesamte Physiologie. Wir werden stressanfälliger. Die Bedrohung existiert weiterhin im Körper und das Überlebenssystem springt automatisch an, auch wenn es keinen Anlass zu Gefahr gibt. Traumafolgen  zeigen sich in einem unsicheren Körpergefühl, durch das die Welt als unsicherer Ort interpretiert wird. Es gibt einen Sog hin zu Gefühlen von Hilflosigkeit, Angst und Wut. Die in der traumatischen Situation mobilisierte Notfallenergie ist im Körper "gefangen " und weiterhin aktiv. Posttraumatische Symptome sind der Versuch des Nervensystems, irgendwie mit dieser überschüssigen Energie umzugehen.  

 

 Wie arbeite ich mit Trauma?

Ich nutze in meiner Arbeit die Kraft, die in den Symptomen liegt als wichtige Ressource für die Traumabewältigung.

Dabei verwende ich körperorientierte Ansätze zur Lösung von traumatischem Stress. Sie eignen sich zur Überwindung von Schocktrauma und zur Transformation von frühem Bindungs- und Entwicklungstrauma. Das Ziel ist, die natürliche Selbstregulation im Nervensystem (wieder-) herzustellen.
Vor allem arbeite ich mit den
körperlichen Reaktionen, die auf traumatische Ereignisse folgen. Dabei richtet sich mein Fokus an das für Trauma zuständige autonome Nervensystem.

Im Mittelpunkt der Arbeit mit Traumata steht das Nach- und Aufspüren von Körperempfindungen und -impulsen, Emotionen, inneren Bildern, Gedanken und Überzeugungen. Weitere wesentliche Elemente im Bewältigungsprozess sind die Aktivierung von Ressourcen, Pendeln zwischen Traumaspuren im Körper und Ressourcen, Zentrierung und Erdung und Aufgreifen von Körperimpulsen.

Entscheidend ist, dass das Nervensystem eingefrorene Energie in kleinen Dosen „auftauen“ und schrittweise entladen kann.                    Durch diese kontrollierte Entladung wird eine mögliche Re-Traumatisierung vermieden. Die tief verankerten Nachwirkungen des Traumas im Körper können sich schonend auflösen. Traumabedingte Erstarrung wandelt sich in ein Gefühl von neuer Handlungsfähigkeit.

Dabei wird das Trauma körperlich, geistig und emotional neu verhandelt.  Es verändert sich nach und nach das Körpergefühl zu mehr Sicherheit und Präsenz. Diese natürliche Wachsamkeit im Körper wirkt sich positiv auf Gedanken, Gefühle, Emotionen und Überzeugungen aus.

 

Ein Trauma ist verarbeitet und integriert, wenn man daran denken 

und darüber sprechen kann, ohne dass das Nervensystem in Stress gerät.

Es wird zu einer Erfahrung, die nicht länger das Leben bestimmt.

Dr.Peter Levine